Sunday, March 22, 2015

EIN TRANSPORTWEG IN INDONESIEN - VON JAKARTA NACH BATU KARAS




Ich schreibe diesen Blogeintrag nach einer Reise durch halb West Java, die uns unglaubliche 20 einhalb Stunden kostete. Dabei ist nicht nur die Dauer an sich unglaublich, sondern auch die Anzahl der verschiedenen Fortbewegungsmittel und die Tatsache, dass wir am Ende wirklich an unserem Ziel ankamen.

Aber ich beginne am besten am Anfang.

Oceane und Elliot aus der Schweiz und Belgien, die wir in Myanmar kennenlernten, erzählten uns von diesem wunderschönen Strandort, genannt Batu Karas. Sie selber warnten uns schon vor, dass die Anreise kompliziert werden könnte, es sich aber am Ende total lohnen wird.
Wir also mal wieder, ohne sich vorher viel über Indonesien schlau gemacht zu haben, sagten uns: ja dann, ab nach Batu Karas.

Normalerweise kamen wir von A nach B immer mit Angeboten von Ticketshops. Man steigt in einen Bus ein und wird organisiert, auch wenn es nicht immer so aussieht und manchmal auch ein bisschen länger dauert, von dem einen in den anderen Bus verfrachtet und landet letztenendes ohne viel Stress im gewünschten Zielort.
Weil wir aber so einen Shop nirgends fanden und diese Strecke von Jakarta aus auch nicht wirklich eine Standartroute ist, hieß es diesmal, sich auf eigene Faust in den Transport-Wahnsinn von Indonesien zu stürzen.




Mit kleiner Hilfe von der Rezeptionistin fanden wir heraus, dass von der Zugstation Gambir aus, Züge nach Bandung fahren. Von dort aus "könnt ihr versuchen einen weiteren Zug zu nehmen". Hm naja das klingt doch schon mal nach einem Plan, dachten wir uns.

Um 9:30 verließen wir dann also unser Guesthouse in Jakarta, vollgepackt mit all unserem Hab und Gut und machten uns auf den Weg zur Zugstation Gambir, im Zentrum von Jakarta. 

Weil wir low budget reisen und noch so wunderschön jung sind, hieß es dann erstmal den roten Local-Minibus Nummer 06 zu finden, bis nach Kota zu fahren, dort umzusteigen, dann mit dem Busway zur Station Harmoni zu fahren, um von dort aus zur Station Gambir zu gelangen. Klingt nicht einfach, war nicht einfach, vor allem bei mindestens 30 Grad Celsius. Geschlagene zwei Stunden brauchten wir durch den Stadtverkehr und fürs Umsteigen. Jeder, den wir um Hilfe fragten, erzählte uns was anderes, was nach einer Weile echt an unseren Nerven riss, aber immerhin kamen wir, wenn auch total nassgeschwitzt, in Gambir an.

Anzahl der Fortbewegungsmittel: 3
Dauer: 2 Stunden
Preis: 8000 localbus, 40000 busway = 4€

Der sehr nette Herr am Ticketschalter konnte uns zwar keine Verbindung nach Banjar verkaufen, aber immerhin die erste Zugstrecke von Jakarta aus nach Bandung.

Nach zwei Stunden Aufenthalt am Bahnhof, zwei Donuts und Eiskaffees später, ging unser Zug um 13:10 und fuhr um 16:00 in Bandung ein. Jetzt hatten wir zwei Möglichkeiten: entweder hier ein Guesthouse suchen und morgen die Weiterfahrt auf uns nehmen, oder mit Zug Numero dos nach Banjar fahren und unser weiteres Glück dort probieren. 
Entscheidung: so früh geben wir nicht auf! 
Also ging die Reise weiter. Um 18:00 fuhr unser Zug los und wir kamen um 22:10 in Banjar an.

Fortbewegungsmittel: 5
Dauer: 12:40 Stunden
Preis: 200000 erster Zug. 380000 zweiter Zug = 42€

Das Schicksal wollte es daraufhin irgendwie so, dass uns ein weiterer netter Herr entgegenlief (wir befinden uns ja auch immernoch in Südostasien), uns unser Reiseziel von den Lippen ablaß und natürlich genau wusste, dass da und da ein Bus jede 20 Minuten nach Pandangaran fährt, der nächsten nah gelegenen Stadt. Er selber fährt uns für cheap cheap mit seinem Bicycle zur Busstation. 
Fertig waren wir eh schon und ob wir jetzt hier oder in zwei Stunden in Pangandaran im wohl ersehnten Guesthousebett friedlich schlummern werden, war uns dann irgendwie auch egal. (Das dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt noch!!)
Also los, auf, oder besser gesagt in, sein Fahrrad mit integriertem Sitz und ab zur "Busstation", die man auch einfach Straßenrand hätte nennen können.
Mit großer Faszination kam dann sogar schon ein Bus, im Nu waren unsere Backpacks im Kofferraum verstaut und bevor wir uns umsahen, saßen wir im vollkommen verrauchten Bus, nachts um 23:00 mit Männern, die uns seeeeehr intensiv anschauten. Juhu. Naja Augen zu, vielleicht bisschen schlafen und uns wurde ja versichert, dass die Fahrt nur zwei Stunden dauert...

Nix da. Pustekuchen.

Nach einer Stunde wurde der Bus angehalten und es tat sich nichts mehr. Wir sprechen kein indonesisch und sie konnten kein englisch, weswegen die Frage "WHY are we waiting here?" nicht verstanden wurde. Angekratzt, müde und feddisch saßen wir also in diesem Bus, irgendwo im nirgendwo mit diesen drei Männern und wussten nicht, was als nächstes passiert. Irgendwie waren sie ja auch echt nett, denn sie brachten uns erst mega den leckeren Kuchen und dann auch noch zwei Portionen nasi goreng (ja so kann man unsere Freundschaft erkaufen), aber gleichzeitig waren sie echt distanzlos und wurden mit der Zeit leider strange. In solchen Situationen wird dann schon überlegt, wo genau man nochmal sein Pfefferspray hin hat, um zu merken, dass es leider im Backpack im Kofferraum sicher verstaut ist. Na mal wieder super Rosanna. Wir hatten nicht wirkliche Angst vor ihnen, aber unangenehm wurden sie leider echt. Es war auf jeden fall so ein richtiger Moment, an dem Eltern zuhause die Krise gekriegt hätten. Aber keine Sorge Mami, mir geht's supi.
Wir warteten und warteten also in diesem Bus und versuchten auch nochmal zu schlafen, als sie uns endlich in Ruhe ließen, nachdem noch 100 Fotos zusammen gemacht werden mussten.
Dann um 3:00 Uhr morgens wurden wir panisch aufgeweckt. Wir sollen aus dem Bus raus und auf der Straßen auf einen anderen Bus warten. W A R U M um Gottes Willen????
Auch diese Frage wurde dezent ignoriert.

Fortbewegungsmittel:7
Dauer: 17:30 Stunden
Preis: 70000 bicycle, 50000 Bus (vorher sollten wir das doppelte Zahlen pff) = 9€

Um 03:00 Uhr saßen wir also in irgendeinem anderen Bus mit lauter Musik und kamen morgens um 04:30 erstaunlicherweise echt in Pangandaran an.
Dort trafen wir auf zwei Männer, die anboten, uns nach Batu Karas mit ihren Motorbikes zu fahren. Mit aller letzter Kraft saßen wir dann auf ihren Bikes und fuhren die letzte Stunde unseres Transportweges, um um 06:00 Uhr morgens dem Meer mit einem wunderwunderwunderschönen Sonnenaufgang entgegenzufahren. Im Nu hat die Natur in diesem Moment all den Stress und all die Verzweiflungen wieder gut gemacht. Ein nettes Guesthouse wurde dann auch noch relativ schnell gefunden -mit breakfast juhuu- und nach einer perfekten kalten Dusche fielen wir in unser Bett und schliefen bis 12 Uhr durch.

Fortbewegungsmittel: 9
Dauer: 20:30 Stunden
Preis: nochmal 50000 für den Bus ( haben uns schön verarscht!) 150000 für zwei Motorbikes =15€

Jetzt gerade sitze ich auf jeden Fall glücklich und zufrieden auf der Veranda unseres Guesthouses mit Blick auf tiefgrünen Wald. Der Strand ist wirklich schön und morgen wird gesurft. Die Wellen hier sind perfekt für Anfänger.
Wir entspannen uns hier also erstmal die nächsten Tage! :)

Und um zum Abschluss noch ein wenig tiefgehender zu werden, hier meine Moral aus unsrer' Geschicht: mit genug eigener Kraft und Vertrauen in andere Menschen und vor allem auch in sich selber kommt man immer an sein Ziel, egal wie lang oder schwer der Weg scheinen mag. Solange man es wirklich will, ist alles möglich.











Ankunft im Paradies Batu Karas 














Fahrt zum Green Canyon 













Bilder wie immer von Amelie und mir




Wednesday, March 18, 2015

KAMBODSCHA - RABBIT ISLAND / SIHANOUKVILLE / KAMPOT


Zu viert ging also die Reise in Kambodscha weiter.

Unser Plan war es von Kampot aus nach Rabbit Island zu fahren, einer ganz kleinen Insel in der Nähe von Kep, die schon fast an Vietnam grenzt.
Doch bevor wir diesen Weg auf uns nahmen, hieß er erst noch, am morgen den lokalen Markt von Kampot zu plündern und uns schön mit Früchten und Gemüse einzudecken. Nach reichlich Inselerfahrungen in Thailand und Laos sind hohe Preise vorausgesetzt und als Backpacker denkt man geldtechnisch einfach ein Stück weiter. Jeder Euro, der gespart wird, verhilft uns dazu, länger reisen zu können. Das ist die Devise! :)
 Für insgesamt 9$ kauften wir, haltet euch fest, : Gurken, Karotten, Avocados, Limetten, Ingwer, eine Wassermelone, eine Ananas, Mangos, Bananen, Papayas, eine Drachenfrucht, Baguette, und süße Stückchen. Ich will hier nie wieder weg...!
So ging es dann auf jeden Fall ziemlich vollgepackt (!!) los nach Rabbit Island und fanden dort einen netten Bungalow mit Hängematten für vier Personen. Die anfängliche Freude über unser einfaches Zuhause verflog jedoch ein wenig, als Yannick seiner Meinung nach von einer Kakerlake attackiert wurde und mir eine in meinen Rucksack lief. Da ist dann echt Schmerzensgrenze. Noch dazu können die Dinger fliegen, das ist abartig!! Naja man muss halt einfach Abstriche machen, wenn man so günstig und einfach reist und irgendwie bleiben einem solche Erlebnisse doch auch für immer im Gedächtnis. Immerhin kann Yannick erzählen, dass er zwei Kamerlaken eigenhändig erlegt hat. Ein Hoch auf seine mutige Tatkraft. 

Rabbit Island stellte sich dann auf jeden Fall noch als echte Perle heraus. Wenig Touristen, wenn, dann hauptsächlich Einheimische, schöner Strand, klares Wasser, gutes Seafood UND mein absolutes Highlight: blau leuchtendes Plankton bei Nacht! Um 11 Uhr werden alle Generatoren abgestellt und es wird vollkommen dunkel. Erst dann kann man dieses unglaubliche Wunder der Natur vor eigenen Augen bestaunen. Jede Bewegung führt zu dem Erleuchten des Wassers. Ich weiß gar nicht genau, wie ich das beschreiben soll. Es war einfach nur magisch. Habe mich ein wenig wie in Avatar gefühlt, nur dass anstatt von Blättern das Wasser erleuchtete. Wir vier waren vollkommen aus dem Häuschen und plantschten wie kleine Kinder im Meer herum. Dieser Abend war definitiv ein Moment, an dem ich mich tief vor Mutter Natur verneigt habe.

Aber auch die Zeit auf Rabbit Island ging vorüber und unser nächstes Ziel hieß Sihanoukville. Nach vielen begeisterten Erzählungen von Reisebekanntschaften waren die Erwartungen hoch und unsere Enttäuschung ein wenig höher. Der Strand vom Otres Beach ähnelte mir zu sehr denen von Thailand - heißt Bar neben Bar. Schaulaufen garantiert! Vor allem nach dem ruhigen kleinen Rabbit Island Strand war das ein kleiner Schock. Was aber auf jeden Fall schön war, war ein Tagesausflug zu drei kleinen Inseln mit Schnorcheln und Entspannen auf einer leeren Trauminsel. Der weiße Sand mit türkisfarbenem Wasser ist und bleibt einfach ein schöner Anblick.

Ganz der Route hätte unser nächstes Ziel eigentlich Koh Rong heißen müssen, jedoch schreckten uns die Hostelpreise so ab und unsere Zeit wurde sehr knapp, sodass wir uns gegen Touri Koh Rong und nochmal für das schöne Kampot entschieden, wo wir eigentlich erst her kamen. Dort wird es auch heißen Abschied nehmen, denn Yannick und Julia werden noch Angkor in Siem Reap erkunden, während Amelie und ich weiter nach Phnom Penh fahren, um unseren Flug nach Jakarta zu erwischen.

Der perfekte letzte Abend zu viert in Kampot begann mit 4 Smoothie an unserem Lieglingsstraßenstand, endete im Privatkino mit hausgemachten Nudeln und Dumplings aufm Schoß und der Vorstellung von Mockingjay, an dessen Premiere wir uns glaube ich in Myanmar herumtrieben.

Schön wars mit euch, Yannick und Julia!! Verirrt euch nicht in großen Bangkok.

Wieder zu zweit verbrachten Amelie und ich unseren vorletzten Tag in Kambodscha mit dem Besuch des Zoos. Mit den Aussagen "ohhhh ich war voll lange nicht mehr in einem Zoo" machten wir uns ohne groß Gedanken zu machen auf und es war letztenendes ein echtes Erlebnis. 
Ich war noch nie zuvor in einem so großen, eingenartigen, leeren und verwahrlosten Zoo. 
Auf unserem Weg trafen wir insgesamt..Hmm...knapp 20 Einheimische auf Motorrädern, einen vermutlichen Tierpfleger und 5 kleinen Kindern, die uns hinterherliefen. Also eigentlich niemanden, was diesen Besuch irgendwie auch leicht gruselig machte. Alte, kaputte Spielplätze, sowie ein verrostetet Riesenrad trugen nicht unbedingt positiv dazu bei haha
Alle Käfige sind außerdem über eine riesen Fläche verteilt, was überhaupt keinen Sinn macht, weil zwischen ihnen total Platz verschwendet wird. Wenn Platz keine Frage ist, warum machen sie die Käfige nicht einfach größer? Der Anblick eines Tiges, der einen Bereich von vielleicht 5x5 Meter hatte, machte mich da traurig und wütend zugleich. Das Verständnis zwischen Mensch und Tier ist in Asien halt einfach ein wenig anders.

Dann wurde ich von einem Affen attackiert, dem ich nur in Frieden eine Banane geben wollte und war daraufhin wieder hellwach. Er packte schlagartig mit seinen beiden Armen meine Hand während er kreischte und ich aus lauter Schock mit einstimmte. Herrje was ne Panik. Mein Misstrauen gegenüber diesen Wesen steigt! 

Unser Zoo Highlight befand sich in der letzten Ecke des Areals und entpuppte sich als ein gigantischer, wunderschöner Löwe mit Weibchen und BABY im Käfig nebenan. Ohgoottt waren die süß. Noch nie zuvor war ich solchen Tieren so nah. Anstatt Graben mit höchsten Sicherheitsvorkehrungen wie in Frankfurt, trennt einen hier nur ein Gitter zwischen Mensch und Tier. Mindestens eine viertel Stunde lang saßen wir alleine vor diesen eleganten Wesen. Unglaublich beeindruckend.
Außer den Löwen und Tigern sahen wir außerdem viele viele unterschiedliche Affenarten, Bären, einen Hund im Käfig (keine Ahnung was das sollte), Vögel und Elefanten. Echt keine schlechte Auswahl wohlbemerkt. 

Von Kampot ging es dann wieder nach Phnom Penh, dann nach Kuala Lumpur und schließlich Jakarta.

Ich bin gespannt auf ein neues Land!

Auf ganz bald,

Rosanna xx








Rabbit Island











Bilder oben von Julia 

Bootstour in Sihanoukville

















Bilder von Amelie, Julia und mir.








Monday, March 2, 2015

KAMBODSCHA - ANGKOR / SIEM REAP / PHNOM PENH



Wow. 

Also Angkor ist definitiv etwas besonderes. 


Um 5 Uhr morgens fuhren wir mit unserem privaten Tuk Tuk los in Richtung Angkor. Warum wir uns diesen Luxus gegönnt haben, ist eigentlich einfach zu erklären: laufen geht gar nicht, weil die Tempel von Angkor auf einer Fläche von 400 Quadrat Kilometern verteilt liegen, ein Fahrrad kostet pro Person nur 2$ weniger und es ist verdammt HEIß! Ich bin ehrlich und gebe zu, dass ich vermutlich noch nie in meinem Leben so viel geschwitzt habe. Es ist nicht normal! Immer ganz dem Motto: raus mit all dem Gift...

Im Nachhinein sind wir auch unglaublich froh, diese etwas kostenspieligere Variante gewählt zu haben. Die Zeit Im Tuk Tuk von Temple zu Temple war mit Abstand eine der kühlsten und entspanntesten, denn Angkor ist auch echt ordentlich anstrengend. 

Wir kamen also noch im dunklen am ersten Tempel an, stolperten durch Eingangsportale, ohne genau erkennen zu können, durch was für Bauten man da eigentlich schreitet und suchten uns einen -wir versuchten es zumindest- ruhigeren Sonnenaufgang Spot. Dieser Versuch scheiterte leider. Der Ansturm war unreal! Tausende Touristen versammelten sich um einen Tümpel vor Angkor Wat, um DAS besagte Sonnenaufgang Foto zu machen, dass im Endeffekt dann jeder hat. Klar, es ist einfach wunderschön die Sonnenspiegelung zu sehen, aber letztenendes hatten wir den Eindruck, dass es allen nur um das Foto ging und nicht um den Moment. Wir fanden einen guten Platz auf den Treppen eines nah gelegenen Tempels und konnten so das Treiben um uns herum sehr gut beobachten. Alle hatten ihre Handy draußen, machten ununterbrochen Bilder, nur um der Welt zu zeigen: ich war da. Aber waren sie dann wirklich da, in dem Moment und haben einfach nur die Sonne beobachtet? Ich bezweifle das...
Es war selbst für uns schwer, das ganze Wuseln um uns herum abzuschalten. Alle redeten ununterbrochen laut, es kamen Verkäuferinnen, die einem Schals, Postkarten und Bücher andrehten. Dabei wollten wir nur eins: den Moment genießen.

Mit leicht geteilten Gefühlen nach dem Sonnenaufgang erkundeten wir erst Angkor Wat und fuhren daraufhin von Tempel zu Tempel. Super gut gefiel mir Bayon, der mir mit seinen in Stein gemeißelten Gesichtern die Sprache verschlug. Die ganze Zeit muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass diese Tempel vor knapp 1000 Jahren von Menschenhand erbaut wurden. Wow.
Der Tomb Raider Tempel im Dschungel war definitiv ein weiteres Highlight. Ich habe noch nie solche coolen Bäume gesehen! Vielleicht kommt das auf den Bildern weniger rüber, aber wenn man sieht, wie die Natur sich den Tempel zurückholt und die Baumwurzeln sich über die Ruinen schlägeln, wie ein Hand, die nach etwas greift, ist man einfach nur sprachlos, wie so oft in Angkor.

Einer der letzten Tempel, die wir uns an diesem Tag anschauten, war ein viel ruhigerer ohne Trubel. Erst in diesen Ruinen konnten wir uns entspannt hinsetzten und alles nochmal auf uns wirken lassen. (In den bekannten Tempel muss man aufpassen, dass einem die Selfie-Sticks nicht ins Gesicht geschlagen werden.) 

Um 3 Uhr mittags waren wir dann vollkommen platt und wollten nur noch in unser Hotelzimmer mit air con. Die Hitze, die vielen Menschen und dann auch noch die ganzen Eindrücke ziehen an der Energie und wenn man jetzt im Nachhinein hört, wie lange andere durchhielten, sind wir schon etwas stolz auf uns :)


Unsere restlichen Tage in Siem Reap verbrachten wir hauptsächlich mit dem Hineinschleichen in fremde Hostelpools, was erstaunlich gut klappte. Man erträgt sie Mittagshitze sonst einfach nicht und ich muss zugeben, wir waren mal wieder extrem faul.

Dann ging es mal wieder in einem wunderschönen ranzigen Sleepingbus nach Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha, in der wir am Morgen Yannick (meinen wunderschönsten Bruder) und Julia (seine wunderschöne Freundin) trafen. Juhuuuuuu kleine Familien-Réunion. Super schön, immerhin einen Part der Familie wieder zu haben, auch wenn es nur für eine kurze Zeit ist.

Wir besuchten zusammen den Markt hier, spielten viel Karten in kühlen Cafés, besichtigten die Killing Fields und tranken jede Menge gutes Angkor Bier. 
Ich empfehle übrigens jedem, der in Kambodscha reist, sich die Killing Fields anzuschauen. Es war eines der bewegendsten Museen, in dem ich je war und auch eines der stillsten, weil es wirklich jeden sehr berührt und man eigentlich keine Worte mehr findet. Über den Genozid, der sich hier in Kambodscha von 1975-1979 abspielte, wusste ich vorher nichts, wofür ich mich echt schäme. In der Schule ging es für ein paar Stunden vielleicht um den Vietnamkrieg, aber diese Massenexekutionen von 3 Millionen Kambodschanern unter dem Khmer Rouge Regime blieben unerwähnt. Schande über den deutschen Geschichtsunterricht. 
Ich finde, man muss wirklich darüber Bescheid wissen, wenn man hier reist. Es ist ein Teil der Geschichte, der immer noch seine Spuren zeigt.


Für uns vier ging es dann heute weiter nach Kampot, einer Stadt im Süden. Super schön ruhig mit viel Charme.
Bis zum 16. März werden wir unsere Zeit in Kambodscha verbringen, bevor wir nach Jakarta in Indonesien fliegen. Wupwuuup 

Bis dahin viele Kussis,


Rosanna mit Amelie, Yannick und Julia xxxx























Für 5€ macht Amelie alles...





















Das sind longbeans...bester Snack überhaupt! :)







Haaa wir sind die bescheuertsten Touris überhaupt! Aber immerhin hatten wir eine Menge Spaß in Angkor...

























Familienreuion <3