Friday, January 9, 2015

REALITY OF A BACKPACKER




Morgen auf den Tag genau sind Amelie und ich jetzt schon zwei Monate unterwegs. Einerseits verfliegt die Zeit, wenn ich mir aber andererseits überlege, was wir bereits alles erlebt haben, bin ich erstaunt, wie das alles in 62 Tagen möglich war.
Es war eine verrückte Zeit, ich habe noch nichts davon bereut und mit Abstand das beste daran ist: sie ist noch nicht vorbei!

Jetzt aber zum eigentlichen Thema dieses Posts: ich möchte euch die andere Seite im Leben eines Backpackers zeigen.

Was den meisten Menschen über Instagram oder Blogs vermittelt wird, sind beeindruckende Landschaften, leckeres Essen, glückliche Gesichter und jede Menge Spaß auf Booten, am Strand oder an Wasserfällen. Ich kann mir vorstellen, dass die meisten Zuhause dadurch fernweh bekommen und am liebsten auch das alles erlebt hätten. Ich will keinen dieser Erlebnisse missen! Man darf aber nur eines nicht vergessen: Dass, was abgelichtet wird, sind immer die highlights! Wir haben seltenst Fotos von abgefuckten Momenten gemacht. Momente, an denen wir Stunden auf Fähren warten mussten, Nächte in Bussen schliefen, bei brennender Hitze mit unseren, bzw. meinem, VIEL zu schweren Rucksack (das kann nicht gesund sein) verzweifelt nach einem bezahlbaren Hostel suchten oder wir mal mega unmotiviert im ungemütlichen Guesthouses rumhingen.

Bislang habe ich hier diese Momente weder erwähnt, noch Fotos gezeigt, von denen es kaum welche gibt, weil meistens die Kraft fehlte, die Kameratasche aufzumachen und auf den Auslöser zu drücken. Außerdem spielt dann der Gedanke mit: will ich mich an diesen Moment denn überhaupt erinnern? Meine Antwort: JA. Was ist das Leben ohne up and downs. Wie mein Deutschlehrer immer sagte: nach jedem Sonnenaufgang kommt zweifellos auch mal ein Sonnenuntergang. Das gute daran ist jedoch, dass man auf den Sonnenaufgang immer wieder zählen kann. In jedem Leben, auf jeder Reise, gibt es Momente, an denen man alles hinschmeißen will, nach Hause möchte und einfach keinen Bock mehr hat. Aber alles hat seinen Grund, alles braucht seine Zeit und am Ende werden die Dinge wieder besser. Man darf nur nicht den Glauben und die Hoffnung verlieren. Ein kunterbuntes, fröhliches Dauerleben wird doch irgendwann auch langweilig, nicht wahr?

Auch ich hatte eine kleine Downphase hier in Thailand. Ich war unmotiviert, erschöpft und mir fehlte irgendwie kurzzeitig der Sinn der Reise. Warum mache ich das eigentlich? Wo führt mich da hin? Blablabla.. Ich musste mich immer wieder zwingen, daran zu denken, wie GEIL hier doch alles ist und dass ich jeden Moment genießen sollte. 

Ich weiß, ich beklage mich hier auf hohem Niveau. Immerhin scheint die Sonne, ich muss nicht arbeiten und zu keinen Terminen, weder staubsaugen noch abspülen. Ohgoooottt ich jammere auf einem VIEL zu hohem Niveau. Vielleicht verstehen mich auch nur die Leute, die schon mal länger unterwegs waren. Es gibt einfach Phasen, an denen die Luft raus ist und das ist ok so.

Meine Moral aus der Geschicht heute ist: das, was man hat, schätzen, Kopf nie hängen lassen, die Hoffnung nie verlieren und immer an das Beste glauben. Wir sind alle nur Menschen. Wir haben unsere Ecken und Kanten, genau wie unsere Lebenswege. Das Gute daran ist: wir lernen daraus und werden noch dazu immer stärker.


Hier jetzt also zu eurer Beruhigung ein paar Bilder von Momenten, die zu jeder Reise dazugehören.
Es ist nicht alles Friede Freude Eierkuchen. Und auch das ist ok so :)




Nach ~7 Stunden Nachtbus von Kashan nach Yazd kamen wir morgens um 5 Uhr an, schliefen am Busbahnhof unter schockierten Blicken der Einheimischen nochmal 3-4 Stunden und kamen dann vollkommen feddisch endlich im Hotel an. Fertig mit der Welt. Aber auf jeden Fall ein Vorteil eines Kopftuches: man kann sich drunter verstecken! 




Im Iran und Myanmar gab es keine Möglichkeiten seine Wäsche abzugeben. (Hier in Thailand kann man das an jeder Ecke!) Das hieß dann also: selber ran an die Arbeit. 
Es ist anstrengend!





Auf Reisen lernt man auf jeden Fall egal wie, wo und wann, zu pennen!







...eindeutig verlaufen! Schiraz war unübersichtlich und Straßennamen lesen extrem anspruchsvoll.








Gesucht wird den lieben langen Tag. Aus einem Rucksack zu leben heißt nicht nur Beschränkung, sondern auch sich zu erinnern, wo man was hingepackt hat. Das kann herausfordernder sein, als es klingen mag. 







Aufs Essen warten ist scheiße.







Jaaa ich vermisse meine Familie zuhause. An manchen Tagen mehr, an manchen weniger. Aber Gott sei dank gibt es ja FaceTime :) 






Geld abheben ist stressig. Am Flughafen ankommen auch. 







Unsere schönen Hostels. Super gemütlich, tolle Atmosphäre hoho 







Das, was sich hinter den Häusern von Yangon abspielt. Myanmar hat eindeutig ein Müllproblem.







Mein Herz brennt jedes Mal, wenn ich so etwas sehe.








Mein aufs-Essen-warten-Gesicht. Juhu







Lauchigstes Bild, das jemals von mir gemacht wurde. Credits to Amelie. Und dazu muss man sagen, dass ich Hüte über alles hasse!! Scheiß aufs Aussehen! Sonnenbrand hatte ich danach immerhin nicht. Mutti wäre stolz auf mich :) 






Wo bleibt unsere ausgewogene Ernährung..?! Ich kann zwar jeden Tag essen, was ich will, (das ist geil) aber manchmal ist mir auch einfach nach einem guten VOLLkornbrot und eigenem Salat dazu. Ich fange an, das selber kochen echt zu vermissen. 
Obwohl das hier echt lecker war....und fettig!






Nachtfähre nach Koh Phangan. Mehr muss ich glaube ich nicht sagen.









Thursday, January 1, 2015

THAILAND



Um es anfangs kurz zu fassen: Thailand ist anders! 
Ob mir dieses "anders" bis jetzt gefällt, kann ich noch nicht ganz sagen.


Klar, jedes Land ist unterschiedlich. Gott sei dank. Wenn das nicht so wäre, gäbe es die Freude des Reisens nicht und ganz ehrlich, dann wäre das Leben verdammt langweilig. 
Was ich aber diesmal meine, ist nicht, dass es anderes Essen gibt, eine andere Sprache gesprochen wird oder sich die Natur unterscheidet. (In dieser Hinsicht ist es wunderschön hier!) Aber Thailand ist, zumindest an den Orten an denen wir bis jetzt waren, nicht (mehr) echt. Grund dafür: wir selber, beziehungsweise Tausende von Tausende von uns, die hier herströmen, die Infrastruktur einmal komplett umdrehen und damit auch das Leben der Menschen. Ich weiß, dass dieser Touristenboom vielen Thailändern Jobs und vor allem neue Chancen ermöglicht hat. Das finde ich gut! Aber zumindest ich habe hier als Tourist nicht das Gefühl, die echte Seite dieses Landes kennenlernen zu können oder zu dürfen. Sobald es nicht mehr um Bustickets oder Bootstouren geht, komme ich mit den Menschen nicht wirklich in Kontakt. Vielleicht versuche ich es auch nicht genug, aber richtiges gegenseitiges Interesse, habe ich bislang nicht wahrgenommen. Ich habe auch ab und zu den Eindruck, dass man abgezockt oder angelogen wird, nur um den größten Profit rauszuhauen. Definitiv nicht alle! Ich will das nicht pauschalisieren und niemandem etwas unterstellen. Aber es fällt auf und das finde ich so schade. 

Der Kontrast für uns ist bestimmt nochmal extremer, gerade weil Amelie und ich vorher natürlich in Ländern gereist sind, in denen man im Bus höchstens mit zwei anderen Europäern gereist ist und in denen die Schilder halt nur auf einer Sprache standen. So waren wir viel eher "gezwungen", irgendwie mit Händen und Füßen Dinge zu erklären. Im Iran und Myanmar habe ich auch viel eher die Neugierde der Menschen gesehen. Die Art wie sie einem gegenüber mit Respekt, ein bisschen Unsicherheit und Interesse auftraten, hat mir immer gezeigt, dass sie vorher noch nicht viele Touristen gesehen haben und einige deshalb mehr von einem erfahren wollten. So kamen wir vor allem im Iran unzählige male ins Gespräch. Ich als Thailänder hingegen hätten, glaube ich, die Nase voll von all den sonnenbadenden Biernasen (ich gebe zu, da schließe ich mich nicht aus).

Auch vom Budget her bin ich überrascht. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass wir im Iran am meisten Geld brauchen und dafür in Thailand am wenigsten. Jeder, der einmal da war, berichtet ja immer von Spotpreisen. Bis jetzt ist es aber erstaunlicherweise genau anders herum. Es ist "teurer" von A nach B zu kommen und ich komme mir zwischen dem Massentourismus eher so vor wie Zuchtvieh, dass von einem zum anderen Transporter gepfercht wird. Klingt hart, ist aber wahr. Weil Hochsaison ist, ziehen sie die Hotelpreise nach oben und ein Pad Thai kann dann auch mal das Doppelte kosten. Ab und zu gönnen wir uns natürlich auch noch einen Absacker (dass im Iran ja eher schwieriger war) und so summiert sich das alles. 

Meine Eindrücke von Thailand sind bis jetzt ambivalent. Einerseits ist die Natur wirklich atemberaubend schön, aber es fällt mir wirklich schwer, die 1000 Boote und die dazu gehörigen Touristen weg zu denken, um es hier richtig zu genießen. 


Ich will hier jetzt keine harte Diskussion über das Reisen nach Thailand anzetteln und ich bin mir sicher, es gibt Reisende, die von dem Land genau das Gegenteil erfahren haben und vielleicht ändert sich meine Meinung auch noch, wenn wir mehr in Richtung Norden reisen. Das sind zumindest die 
Dinge, die mir bislang durch den Kopf gegangen sind. Das Off the road reisen mit mehr kulturellem Hintergrund als die Sorge um seine Tanline, mag ich einfach mehr.


Mit diesen geteilten Eindrücken wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auf Gesundheit und Liebe.


Rosanna xxx







Bangkok





Koh Lanta






Koh Phi Phi




Saturday, December 20, 2014

MYANMAR - BAGAN/MANDALAY/HSIPAW




Unsere letzte Woche in Myanmar verbrachten wir nördlich des Landes. 

Bagan, eine Jahrhundert alte Tempellandschaft, die in jedem Reiseführer als Must-Seen rot markiert ist, war nach dem Inle Lake unser nächstes Ziel.
Nachdem wir ein Guest House für 15$ die Nacht gefunden haben, dass mehr oder weniger bewohnbar ist, mieteten wir uns einen Scooter, um den Tag Tempelanlagen und Sonnenauf-und Untergängen zu widmen. 
Als wir um 5 Uhr morgens dann leicht unsicher auf unserem Scooter durch die dunklen Straßen fuhren, Amelie mutig am Lenker, ich angsterfüllt hinten dran, suchend nach Tempeln Ausschau hielten, auf die wir potenziell klettern könnten, dachte ich für einen Moment echt, ich sei im falschen Film. Ich muss mir unglaublich oft wieder ins Gedächtnis rufen, dass ich gerade wirklich mit 18 Jahren erst im Iran und dann in Myanmar selbstständig reise, beziehungsweise gereist bin, und jeden Tag tun und lassen kann, was ich möchte. Wenn ich lieber die Fähre nehmen will, dann kann ich die Fähre nehmen. Wenn ich lieber dort essen will, dann kann ich dort essen. Wenn ich nach Bangkok will, dann kann ich nach Bangkok fliegen.
Ich bin frei. 
Selbst nach einem Monat habe ich trotzdem immernoch ab und zu das Gefühl, dass ich es nicht fassen kann, was ich hier mache. Dieses Frei-Sein und im Moment leben muss erstaunlicherweise auch erst gelernt sein. Zuhause hat man nie die Zeit oder Nerven über Freiheit so richtig nachzudenken, oder überhaupt die Möglichkeit, einmal frei zu sein. Man ist in seinem Alltags-Stress und hat genug anderes Zeug um die Ohren. Plötzlich hat man Kinder, Versicherungen und eine Wohnung. Dann mal eben für 9 Monate seine Sachen zu packen, stellt sich als eine größere Herausforderung dar. Wenn man dann aber wie jetzt mal wirklich Zeit zum nachdenken hat, schwierige Gedanken nicht verdrängt und mit jemandem darüber redet, kommen Gedankenstränge zu stande, die ich schwer in Worte fassen kann. Ich denke anders. Vielleicht denke Ich auch einfach frei.
So komisch es klingt, aber ich brauchte meine Zeit, um das Frei-Sein so richtig genießen zu können, aber jetzt ist es rischtisch geil! 


Zurück zu Bagan. Wir fanden rechtzeitig zum Sonnenaufgang einen Tempel. Es waren für unseren Geschmack ein bisschen viele Touristen da, die die Atmosphäre mit ihren riesen Kameras killten, aber für uns sind schon 10 von ihnen "zuviel". Nach Iran und den Süden Myanmars sind wir ein wenig verwöhnt. Normalerweise sind wir eine der einzigen Touristen weit und breit. 
Unser kleiner Scooter fuhr uns den ganzen Tag heil von Tempel zu Tempel und wir genossen vor allem die Anlagen, die wir alleine besichtigten konnten. 

Nach zwei Tagen in Bagan fuhren wir dann ganz luxuriös mit der Fähre auf dem Ayeyarwady nach Mandalay, der zweitgrößten Stadt Myanmars. Nach so vielen Busfahrten hatten wir einfach keinen Bock mehr und gönnten uns diese Möglichkeit. Wir haben unsere Zeit an Deck so sogar perfekt genutzt! Man konnte Wäsche waschen (mal wieder dringend nötig, hoho), sich sonnen, bekam lecker Essen und konnte neue Bekanntschaften machen, wie so oft beim reisen. Und all das inklusive Sonnenauf-und Untergang natürlich. Scheee wars!

In Mandalay verbrachten wir dann nur einen Tag, bevor wir mit dem Zug weiter nach Hsipaw fuhren. 
Wenn ihr jemals in Myanmar landen solltet, Zeit und Durchhaltevermögen habt, macht diese Zugfahrt! 13 Stunden fährt man in einer gefühlten 200 Jahre alten, nennen wir es, Lockomotive, durch Dörfer, Wälder und Täler, während man entspannt immer mal wieder einnickt, aufwacht, Fried Noodles aus Plastiktüten isst, wieder einschläft, die Landschaft genießt, eine Papaya vernascht und 
auch mal die sehr abenteuerliche Toilette ausprobiert. Uuund man kann die Fenster ganz auf machen. 
Die Türen auch. Ohgoottt sind wir Deutschen spießig!
In Hsipaw angekommen, fanden wir ein super sauberes, günstiges Guest house für nur 14$ die Nacht (check) mit dem BESTEN Frühstück, dass ich seit einem Monat hatte, und fühlten uns am nächsten Morgen nach 2h Buffet-plündern so gestärkt, dass wir bereit waren für eine 14km lange Wanderung. (Jaaa wir fangen langsam an!) Dass ich jemals daran so viel Spaß haben würde, hätte ich niemals gedacht. Mami du kannst stolz auf mich sein. Für den Anblick des Wasserfalls hat sich der Aufstieg eindeutig gelohnt! Mit das beste an der burmesische Art bleibt außerdem ihr Hunger. Man findet hier immer und überall Essen für umgerechnet 50 Cent. Da schlägt mein herz schneller! So auch bei dieser Tour. Wir aßen inmitten Reisfeldern und Wasserbüffeln bei einer Familie die beste Suppe, die ich hier bis jetzt gegessen habe. So einfach und so lecker! 

Für uns geht es dann morgen, selbstverständlich wieder mit dem Zug, nach Mandalay zurück, um unseren Flug nach Bangkok zu erwischen. Weihnachten und Silvester werden wir dort mit Freunden verbringen, die wir in Yangon kennen gelernt haben. Eine kleine Family-Reunion. 


Erkenntnis der letzten Zeit: NOW IS GOOD!

Rosanna xx 




Bagan















Mount Popa






Fähre nach Mandalay







Zug nach Hsipaw











Unser Fitness-Programm












3-Gänge-Premium-Buffet-Frühstück






Bilder von Amelie und mir!