Wednesday, November 26, 2014

IRAN-SECOND WEEK



Es fällt mir schwer diese zwei Wochen irgendwie in Worte zu fassen. Egal was ich angefangen habe zu schreiben, es kam mir immer vor, als würde es nicht annäherungsweise an die Wahrheit herankommen. All die Erfahrungen und Eindrücke so aufzuschreiben, dass sie ungefähr das wiederspiegeln, was wir erlebt haben, stellt sich als große Herausforderung dar.

Ich versuche mein Glück trotzdem. Und wenn mir die Worte fehlen, bleiben mir immer noch die Bilder. 

Das vermutlich Beste am Iran sind seine Menschen. Ich könnte jetzt anfangen und erzählen, welche Moscheen wir wo angeschaut haben, welche Paläste sich lohnen, welche eher nicht,aber irgendwie wurden mir die Menschen hier am wichtigsten.
Ich habe bis jetzt keine Region der Welt bereist, in der man innerhalb weniger Minuten so viele Kontakte knüpfen kann. Egal in welcher Stadt bekamen wir Hilfe bei der Suche irgendwelcher Sehenswürdigkeiten, hunderte Telefonnummern, wurden entweder aufs Essen oder sogar gleich direkt nach Hause zum gemeinsamen Abendessen eingeladen. 
Die Offenheit und Hilfsbereitschaft ist einzigartig im Iran und genau deswegen fühlten wir uns hier so schnell wohl. Die Menschen waren genauso neugierig auf uns, wie wir auf sie waren. Ich glaube auch, dass sie einfach noch nicht abgefuckt von Touristen sind - vor allem Amelie und ich waren eine Seltenheit hier - und deswegen den Kontakt zu uns suchten. Wer englisch sprechen konnte, war da klar im Vorteil, denn auch nach zwei Wochen konnten wir außer "hallo", "wie geht's" und "guten Appetit" eher weniger farsi. Und so wurden wir jede fünf Minuten von der Seite angesprochen. "Helloooo, where are you from?" "What do you think about iran?" 
Klar, spätestens nach dem dritten Tag gehen einem diese Konversationen auf die Nerven. Bei denen jedoch, die der englischen oder manchmal auch deutschen Sprache mächtig waren, mit denen wir uns länger unterhielten und die uns irgendwann erzählten, dass sie einfach nur noch aus dem Iran raus wollen, waren die Unterhaltungen interessant. Viele Geschichten von Studenten, die einfach keinen Bock mehr auf Unterdrückung und willkürliche Gesetzgebungen haben, gingen mir sehr nah. Man lernt es wirklich zu schätzen, was man an Deutschland alles hat: Bildung, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, das recht auf Freizügigkeit und vor allem freie Meinungsäußerung. Vieles könnte auch in Deutschland noch verbessert werden, das ist sicher, aber wenn man es vergleicht, dürfen wir uns nicht beklagen! Auf einmal finde ich sogar Europa toll.
Wenn man mit den Menschen vor Ort spricht, mit ihren Wünschen, Problemen und Sorgen, erfährt man erst die echte Seite des Landes. Wer kann schon behaupten, Frankreich zu "kennen", nur weil man den Eiffelturm gesehen hat. Und so kam es, dass Amelie und ich die meiste Zeit in Cafés saßen, uns mit Studenten unterhielten oder mit Freunden im Auto - die Musik auf voller Lautstärke - laut singend, durch die Stadt fuhren, anstatt die "Must-Seen", auf die im Reiseführer deutlich hingewiesen sind, zu besichtigen. 
Nach 5 Moscheen sehen sie ehrlicherweise auch meistens gleich aus. Und die Eintrittspreise für Touristen sind unverschämt hoch.

Der Abschied von unseren neuen Bekanntschaften fiel oft schwer und wir wollen jetzt schon unbedingt wiederkommen, um jeden in seiner Heimatstadt nochmal zu besuchen. Dann aber länger als nur zwei Wochen! :)

In diesem Moment sitzen wir etwas traurig, wenn auch extrem luxuriös, in Doha, Qatar, und warten auf unseren Anschlussflug nach Yangon, denn es heißt endgültig Abschied nehmen vom Iran und auf in das nächste Abenteuer  4070 km östlich.

شما به زودی ببینی - bis bald 


Rosanna xx




Yazd









Isfahan 











Schiraz









Teheran


Wednesday, November 19, 2014

IRAN - FIRST WEEK

Wie versprochen, kommen hier mal ein paar nähere Informationen zum Thema Abenteuer im Iran.

Eckdaten Iran
Fläche: 1.648.000 Quadratkilometer
Hauptstadt: Teheran 
Einwohnerzahl: 75,6 Millionen
Sprache: persisch
Regierungsform: islamische Republik
Regierungschef: Hassan Ruhani
Währung: Rial 40.000=1€
Religion: 99% Muslime, daneben Christen, Zarathustrier, Bahá'í, Juden
Visum erforderlich!
Bargeld abheben nicht möglich! Auch nicht mit DKB-Karte.


So. Wir sind komplett ohne Reiseplan in den Iran geflogen.

Für die ersten zwei Nächte hatten wir ein Hotel in Teheran, aber das wars. Einmal alles auf sich zukommen lassen und vollkommen flexibel sein. Das war unser Plan. Das Schicksal wird uns treiben.
Der Zufall wollte es auch so und wir hatten sehr Glück mit unserem ersten Hotel.
Mohammed, der Rezeptionist, hat uns geholfen für die zweieinhalb Wochen im Iran Hotels und Bustickets zu buchen. Ein Hoch auf Mohammed. Wir stoßen mit Tee auf ihn an. Er hat seinen Job bislang wirklich sehr gut gemeistert!
Für zwei Wochen zahlen wir jetzt pro Person für Bustickets und Hotels ungefähr 215€. Der Flug kostet übrigens nur 160€. Klar, wir haben Backpacker-Ansprüche, aber da sind so die meisten Reisen nach Spanien teurer und ich versichere euch: lang nicht so aufregend! Davon abgesehen kostet Essen nur um die 3€ (falls man nicht komplett eingeladen wird), Brot nahezu nichts und eine Taxifahrt kostet das, was man in Frankfurt für eine Kurzstrecke Kind blechen muss. Also Leute, ab nach Persien! 

Falls ihr jetzt immer noch denkt, die Alte hat nen Knall, warum will die in den Iran, solltet ihr einfach aufhören, meinen Blog zu lesen. Denn aufhören zu schwärmen, werde ich nicht.


Auf ganz bald,

Rosanna xx



















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Ich: rosannagala